Grußworte

Liebes Publikum, liebe Kölner:innen,

das CircusDanceFestival kann endlich sein Debüt in Köln feiern. In den letzten zwei Jahren mit Alternativformaten und Digitalveranstaltungen sind spannende Ideen entstanden, von denen wir einige, wie die Filmabende im Open Air Kino oder das VOICES Magazin, beibehalten haben. Und dennoch bin ich unglaublich froh, dass wir uns jetzt wieder dem Körper widmen, ihm Raum und Bühne geben und das Festival gemeinsam begehen können.

Wir haben internationale Künstler:innen nach Köln eingeladen, die den Zeitgenössischen Zirkus oder den Tanz ihr Zuhause nennen, die Grenzen ihrer jeweiligen Sparten jedoch in alle denkbaren Richtungen auflösen. Es sind Künstler:innen, die mit ihren Körpern außergewöhnliche Verbindungen zu Raum und Architekturen herstellen, ihren Aktionen nicht selten in den Luftraum verlagern und sich intensiv mit Mensch-Objekt Beziehungen auseinandersetzen. Bewegung ist ihr gemeinsames Ausdrucksmittel und durch ihre Arbeiten entstehen andere, neue Bilder von „Zirkus“.
Wir werden auch Stücke sehen, die sich dem Körper als politischen Körper widmen. Sie richten unseren Blick auf das komplexe und vielfältig geprägte Individuum und seine Vulnerabilität. Verletzbarkeit ist unseren Körpern gemein. Dies ist umso präsenter in einem Moment in dem mitten in Europa ein Angriff auf die Menschen in der Ukraine verübt wird. Ein Krieg, der die Integrität und Körper von Menschen missachtet und einem konstruktiven und friedlichen Miteinander jede Grundlage entzieht.

Das CircusDanceFestival ist mehr als ein Festival – es ist auch ein Manifest für den Zeitgenössischen Zirkus, eine vielschichtige Kunstform, die in Deutschland bisher noch wenig Unterstützung erhält. Damit sie wachsen kann, initiieren wir Projekte, die Strukturen im Bereich Hochschulaustausch, Nachwuchsförderung, Kreationsräume und akademischem Diskurs stärken. Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft mehr von Künstler:innen des Zeitgenössischen Zirkus hören und sehen, aber auch von und über sie lesen, so dass ihre künstlerischen Perspektiven als Teil der Darstellenden Künste in Deutschland sichtbar werden.
Daher freue ich mich sehr, dass der Verlag „Theater der Zeit“ sein diesjähriges Arbeitsbuch dem Zeitgenössischen Zirkus widmen wird und dieses in Kooperation mit dem CircusDanceFestival herausgibt. Einen ersten Vorgeschmack auf diese Publikation gibt Ihnen und euch unser Festival Magazin VOICES.

Nun wünsche ich uns allen eine spannende erste Live-Ausgabe des CircusDanceFestivals, mit anregenden künstlerischen Impulsen und inspirierenden Begegnungen.

Tim Behren
Künstlerische Leitung CircusDanceFestival


Liebes Festivalpublikum,

mit dem CircusDanceFestival ist in Köln ein deutschlandweit einzigartiges Projekt entstanden, das sich aktuellen künstlerischen Formen zwischen Zeitgenössischem Zirkus und Tanz widmet.

Der Zeitgenössische Zirkus ist eine in den letzten Jahren in Deutschland besonders aufstrebende, zugleich aber auch sehr junge Kunstform.
Der Blick in die nah an Köln liegenden, angrenzenden Nachbarländer, wie Frankreich, Belgien und Niederlande mit ihrer vibrierenden Zirkusszene, mit etablierten Zirkushochschulen und Kreationszentren, erscheint mir besonders spannend. Denn insbesondere in diesen Nachbarländern findet eine Etablierung von Räumen und Strukturen im Bereich des Zeitgenössischen Zirkus bereits seit über vierzig Jahren statt. Jetzt können wir uns auf den Austausch mit gerade diesen Ländern freuen und noch einen Schritt weiter gehen, in den Grenz- und Möglichkeitsraum zwischen Zeitgenössischem Zirkus und Zeitgenössischem Tanz.

Das CircusDanceFestival, als Vorreiter und Ermöglicher, bindet in diesem genreübergreifenden Austausch weitere Kölner Institutionen ein und vernetzt sie international. Es freut mich, dass beim Hochschulprojekt „Creation Lab“ Studierende des Zentrums für Zeitgenössischen Tanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln und der Zirkushochschule „Ecole Supérieure des Arts du Cirque“ aus Brüssel zusammenkommen und gemeinsam am körperlichen Austausch zwischen den Sparten forschen.
Neben zeitgenössischen Zirkus- und Tanzformen, sei es poetisch, avantgardistisch oder mit diskursiv-politischem Anspruch, bietet das Festival auch das Jugend- und Nachwuchsprogramm Junge Wilde, ein Open-Air Filmprogramm in Kooperation mit ARTE, sowie eine diskursive Magazinpublikation.
Dieses Gesamtprojekt CircusDanceFestival ist eine Besonderheit in NRW.
2019 wurde das CircusDanceFestival im Rahmen des Exzellenz-Förderprogramms TANZPAKT Stadt-Land-Bund als Kölner Projekt ausgewählt. Nun kann das Festival endlich – nach einigen Pandemiegeprägten Anläufen –  seine Festivalpforten über Pfingsten vom 2. bis 6. Juni für das Kölner Publikum und seine internationalen Gäste öffnen. Festivalstandort ist das LATIBUL Theater- und Zirkuspädagogisches Zentrum am Rheinufer im Kölner Norden, auf dem in diesem Jahr nicht nur Zirkuszelte stehen, sondern auch eine eigens für das Festival konzipierte 360° Outdoor-Luftbühne.

Bedanken möchte ich mich im Namen der Stadt bei allen mitwirkenden Künstler:innen und Kompanien, bei Kooperations- und Förderpartner:innen, beim Publikum für Ihr Interesse, und vor allem bei der seit vielen Jahren in Köln aktiven Tanz- und Zirkuskompanie Overhead Project, die das Festival initiiert hat.

Kürzlich erst wurde der Kompanie die Tabori Auszeichnung verliehen, die bundesweit zu den höchsten Ehrungen im Bereich der Freien Darstellenden Künste gehört. Dazu möchte ich Tim Behren und dem gesamten Team von Overhead Project abschließend im Namen der Stadt Köln sehr herzlich gratulieren.

Barbara Foerster
Kulturamtsleiterin der Stadt Köln

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